Für eine Darstellung im Browser klicken Sie bitte hier.

NEWSLETTER 01/2019
@ regionale Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT Brandenburg


Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e. V.
#1 BiBB-Rangliste 2018 der Ausbildungsberufe für Brandenburg #2 Nach dem Abi in die Berufsausbildung?#3 Handwerk braucht mehr Anerkennung #4 BR, EBR, FOR, GOST - WAS? #5 Neuer Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT in Dahme-Spreewald
#6 PROFILehrkraft Berufsschule - neues Tool jetzt online
#1: BiBB-Rangliste 2018 der Ausbildungsberufe für Brandenburg



672 Personen haben im letzten Jahr einen Ausbildungsvertrag zum Kraftfahrzeugmechatroniker/in in Brandenburg abgeschlossen. Damit steht der Beruf auf Platz 1 der brandenburgischen Rangliste 2018 der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) kürzlich veröffentlicht hat. Am unteren Ende der Rangliste finden sich Ausbildungsberufe wie Hörakustiker/-in mit 18 oder Gleisbauer/-in mit 3 neu abgeschlossenen Verträgen.

Das BiBB erfasst auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes regelmäßig die Ausbildungsverträge im dualen System nach BBiG/HwO, die im Zeitraum vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des aktuellen Erhebungsjahres neu abgeschlossen wurden und zum 30. September des Erhebungsjahres noch bestanden haben.

Aus der aktuellen BiBB-Auswertung nach Bundesländern ergeben sich folgende Top 10 Platzierungen für Brandenburg mit der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Klammern:
  1. Kraftfahrzeugmechatroniker/-in (672)
  2. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (525)
  3. Kaufmann/ -frau für Büromanagement (498)
  4. Verkäufer/-in (495)
  5. Industriemechaniker/-in (309)
  6. Elektroniker/-in (276)
  7. Fachkraft für Lagerlogistik (270)
  8. Koch/ Köchin (261)
  9. Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (243)
  10. Verwaltungsfachangestellte(r) (225)
Eine hohe Anzahl von Ausbildungsverträgen wird in nur relativ wenigen Ausbildungsberufen abgeschlossen, während zahlreiche Ausbildungsberufe kaum Vertragsabschlüsse zu verzeichnen haben. Zu den Ausbildungsberufen, die im aktuellsten Erhebungszeitraum in Brandenburg nur eine einstellige Anzahl von Neuabschlüssen erreichen konnten, zählen u.a. 
  • Verfahrensmechaniker/-in für Beschichtungstechnik (9)
  • Elektroanlagenmonteur/-in (6)
  • Klempner/-in (6)
  • Feinwerkmechaniker/-in (6)
  • Informatikkaufmann/-frau (6)
  • Personaldienstleistungskaufmann/-frau (6)
  • Technische(r) Produktdesigner/-in (6)
  • Glaser/-in (6)
  • Gleisbauer/-in (3)
  • Orthopädieschumacher/-in (3)
  • Werkstoffprüfer/-in (3)
  • Fischwirt/-in (3)

Quelle: BiBB-Rangliste 2018 (Bundesländer)
#2: Nach dem Abi in die Berufsausbildung? 

Wie gelingt es mehr Schüler und Schülerinnen mit Hochschulzugangsberechtigung für eine berufliche Ausbildung zu motivieren? Wovon hängt es ab, ob sie sich für eine Berufsausbildung statt einem Studium entscheiden?

Einige Antworten darauf hat Annalisa Schnitzler in einer Studie mit 2.500 Schüler und Schülerinnen der 12. Klasse an Gymnasien gefunden. Sie hat verschiedene Faktoren untersucht, die dazu beitragen, dass Jugendliche diese Schulabschlussgruppe eine Berufsausbildung statt eines Studiums planen.
Hier sind ihre wichtigsten Erkenntnisse:


Die Wahrscheinlichkeit für eine Berufsausbildung steigt, wenn die Gymnasiasten und Gymnasiastinnen …
  • vermuten, dass ihre Eltern eine Berufsausbildung wünschen,
  • überzeugt sind, mit der Ausbildung einen Beruf ergreifen zu können, der ein ähnliches oder besseres Niveau als derjenige Beruf hat, der von den Eltern ausgeübt wird (beruflicher Statuserhalt),
  • einen hohen Nutzen der Ausbildung im Hinblick auf attraktive Berufschancen erwarten,
  • nach eigener Einschätzung gut über Berufsausbildung und konkrete Berufe informiert sind,
  • konkrete Vorstellungen über die eigenen beruflichen Ziele haben,
  • früh mit der Berufsorientierung begonnen haben und
  • praktisch-technische Interesse aufweisen.
In der Gesamtbetrachtung zeigt sich zum einen die bedeutende Rolle von Eltern. So weist in der Studie der Wunsch der Eltern für eine Berufsausbildung von allen betrachteten Faktoren den größten Einfluss auf. Zum anderen ist eine früh ansetzende Berufsorientierung von ausschlaggebender Bedeutung, bei der Schüler und Schülerinnen ihr berufliches Wissen erweitern und konkrete Vorstellungen über passende berufliche Ziele entwickeln.

Quelle: Annalisa Schnitzler: Abi und dann? Was Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zur Aufnahme einer beruflichen Ausbildung bewegt. BWP 1/2019

#3: Handwerk braucht mehr Anerkennung 
Das Handwerk leidet unter Besetzungsproblemen. Immer weniger Jugendliche fragen eine duale Berufsausbildung im Handwerk nach. Eine zentrale Ursache liegt nach einer empirischen Studie von Till Mischler und Joachim Gerd Ulrich mit rund 1.700 Schülerinnen und Schülern darin, dass für Jugendliche das soziale Ansehen eines Berufs ein besonders wichtiges Auswahlkriterium ist und sie in Handwerksberufen selten die Möglichkeit sehen, eine angesehene soziale Stellung zu erreichen. Diese Einschätzung sei besonders bei Jugendlichen ausgeprägt, deren Eltern und nähere Verwandte und Bekannte beruflich nicht im Handwerk tätig sind und die Jugendlichen auf Abitur und Studium hin orientieren.

Wie in der Studie festgestellt wird, wissen Jugendliche aus solch einem sozialen Umfeld auch weniger über konkrete Handwerksberufe und unterschätzen deren Potenziale, z. B. im Hinblick auf Abwechslungsreichtum und Kreativität der Arbeit, soziale Kontakte und Umgang mit modernen Technologien. Die grundsätzlich eher ablehnende Neigung gegenüber einer Ausbildung in der Branche des Handwerks führe dazu, dass die Jugendlichen weniger motiviert sind, sich über konkrete Berufe zu informieren.

Damit sind Maßnahmen, die darauf abzielen, den Kenntnisstand von Jugendlichen über Handwerksberufe zu verbessern, zwar weiterhin von großer Bedeutung. Wie aber Mischler und Ulrich argumentieren, rücken Maßnahmen in den Fokus, welche die soziale Anerkennung einer beruflichen Tätigkeit im Handwerk stärken. Sie plädieren z. B. für einen intensiveren Kontakt von Schülerinnen und Schülern zu jungen Menschen mit höheren Schulabschlüssen, die im Handwerk tätig sind und „als Ausbildungsbotschafter/-innen“ an die Schulen gehen.

Quelle: Till Mischler / Joachim Gerd Ulrich: Was eine Ausbildung im Handwerk attraktiv macht. BIBB-Report 5/2018
#4: BR, EBR, FOR, GOST - WAS?

Das Schulsystem in Brandenburg ist komplex. Es gibt zahlreiche Schulformen, verschiedene Abschlüsse mit speziellen Bezeichnungen und eine Durchlässigkeit, die zwar jedem Abschluss einen Anschluss ermöglicht, aber manchmal auch den Durchblick erschwert.

Vor allem unter Ausbildungsbetrieben ist die Unsicherheit groß, wenn sie z. B. Schulabschlüsse von Bewerbern/-innen für Ausbildungsplätze deuten sollen. Was ist GOST? Worin unterscheidet sich die erweiterte Berufsbildungsreife (EBR) von der Berufsbildungsreife (BR)? Welches Kompetenzniveau hat jemand mit einer Fachoberschulreife (FOR)?

Um ihnen einen Pfad durch den Dschungel zu schlagen, hat die Koordinierungsstelle der Arbeitskreise Schule & Wirtschaft in Potsdam-Mittelmark eine Vortragsreihe für Arbeitskreismitglieder veranstaltet, unter denen viele Ausbildungsbetriebe sind. Dabei stellten Vertreter/-innen des Schulamtes und der Agentur für Arbeit im Rahmen der regulären Arbeitskreistreffen in Grundzügen die Formen, Wege und vor allem Abschlüsse des brandenburgischen Schulsystems vor und beantworteten Fragen. Das Interesse im Arbeitskreis war ebenso groß wie das Aha-Erlebnis.

Aktuelle Kontaktdaten zum Arbeitskreis sind auf der Website des Netzwerk Zukunft zu finden.
#5: Neuer Arbeitskreise SCHULEWIRTSCHAFT in Dahme-Spreewald  
Im Landkreis Dahme-Spreewald ist ein neuer Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT entstanden. Kern des Arbeitskreises ist eine Planungs- und Steuerungsgruppe aus Vertreter/-innen der Wirtschaftsförderung, Kammern, Agentur für Arbeit, des Landkreises, Netzwerk Zukunft, von Bildungsprojekten und einer Landtagsabgeordneten. Geleitet wird der Arbeitskreis von Christine Carstensen, Lehrerin und regionale Koordinatorin des Netzwerk Zukunft.

Das Startprojekt des Arbeitskreises war eine systematische Befragung von Schulen, mit der Themenschwerpunkte ermittelt wurden, die im Arbeitskreis angegangen werden sollen. Hierzu gehören die Zusammenarbeit von Schulen und Unternehmen, Praktika und Elternbeteiligung in der Berufs- und Studienorientierung. Weitere Themenwünsche sind die Bereitstellung von Best-Practice-Beispiele in der Berufs- und Studienorientierung, die weitere Vernetzung aller Akteure durch Adressübersichten, finanzielle Unterstützung für die Schülerbeförderung abgelegener Schulen und der Versicherungsschutz bei Praktika.

Schulen und Unternehmen der Region sind eingeladen, im Arbeitskreis mitzuwirken und an den Treffen teilzunehmen, die zuletzt in Betrieben stattfanden und mit Firmenbesichtigungen verbunden waren.

Aktuelle Kontaktdaten zum Arbeitskreis sind auf der Website des Netzwerk Zukunft zu finden.
#6: PROFILehkraft Berufsschule - neue Tool jetzt online










Zur beruflichen Weiterentwicklung von Lehrer/-innen an Berufsschulen trägt das neue Online-Tool PROFILehrkraft Berufsschule bei. Das Tool gibt es bereits für Lehrkräfte an allgemein bildenden Schulen. SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland hat PROFILehrkraft Berufsschule mit Expertise aus Berufschule, Schulberatung, Lehrerbildung und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) formuliert. Ziel ist es, zur Personalentwicklung von Lehrkräften beizutragen, die durch den gesellschaftlichen Wandel vor veränderten Aufgaben stehen. Es geht konkret darum, Lehrkräfte darin zu unterstützen, die eigene Arbeit fortlaufend zu reflektieren und zu evaluieren.


Mit Hilfe verschiedener Items kann auf profilehrkraft.de das eigene professionelle Handeln gesichtet und Handlungs- oder Fortbildungsbedarf konkretisiert werden. PROFILehrkraft und PROFILehrkraft Berufsschule sind online zu bearbeiten. In den Handlungsfeldern des Lehrerberufs werden jeweils Aufgabenprofile beschrieben und auf einer 5er-Skala kann angekreuzt werden, in welchem Maße man selbst diese Aufgaben bereits erfüllt. Am Ende jeder Reihe steht jeweils ein Ergebnis mit einer kurzen Auswertung. Die Handlungsfelder werden für die Berufsschule durch das wichtige Feld „Kooperieren mit dem Ausbildungsbetrieb“ ergänzt.

Das Online-Tool ist für den späten Einstieg in den Lehrerberuf nutzbar, aktive Lehrkräfte können sehen wo sie stehen, Studienanfänger/innen haben die Möglichkeit zu schauen, ob ihnen die spätere Tätigkeit überhaupt liegt und Schulleitungen können auf dieser Basis Personalentwicklungsgespräche mit ihren Lehrkräften führen.


Web: profilehrkraft.de
Kontakt
Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e.V.
Breite Straße 2d · 14467 Potsdam 
T 0331. 2011 679  |  F 0331. 2010 999  |  www.netzwerkzukunft.de
Das Netzwerk Zukunft ist Operativer Partner von 
Impressum

Herausgeber:
Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e.V.,
Breite Straße 2d, 14467 Potsdam, Fax: 0331 2010 999

Redaktion:
Dr. Jan Finke (jan.finke@netzwerkzukunft.de), Tel.: 0331 2011 593

Bildnachweise:
Header, von links nach rechts: © contrastwerkstatt/fotolia (#168271253); © Monkey Business/fotolia (#1182042531);
© kasto/fotolia (#172637243)
Artikel #1: © mast3r/fotolia (#165600597)
Artikel #2: © Marco2811/fotolia (#73746324)
Artikel #4: © denisismagilov/fotolia (#126161241)
Artikel #6: © SCHULEWIRTSCHAFT Deutschland

www.netzwerkzukunft.de

Wir erheben und verarbeiten Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung
netzwerkzukunft.de/datenschutzerklaerung

Das Netzwerk Zukunft wird gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Bildung,
Jugend und Sport und unterstützt durch Beiträge der Mitglieder des Vereins.


Newsletter Anmeldung
Fuss

Wenn Sie diese E-Mail (an: judith.schneider@netzwerkzukunft.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e.V.
Breite Strasse 2d
14467 Potsdam
Deutschland

0331 2011 679
info@netzwerkzukunft.de
www.netzwerkzukunft.de